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18.November 2011 - Doom,Gloom und Karottenkuchen

 Es wird schon ein kleines bisschen daemmrig in der Inselhauptstadt mit der Bruecke und dem Riesenrad und waehrend ich hin und her gerissen bin zwischen der Frage, ob ich jetzt mit dem Bus oder der U-Bahn in mein leicht renovierungsbeduerftiges Domizil fahren oder doch lieber den Geistern meiner Beziehung hinterherjagen soll,als J (Geist oder Jaeger) mir auf der blauen Internetplatform antwortet. Ja,am Sonntag hat er Zeit fuer ein Internettelefonat, wahrscheinlich wird es wieder so reibungs- und emotionslos ablaufen wie letztes Mal und nach etwa zwanzig Minuten wird er erklaeren, wie muede er doch von dem anstrengenden Tag sei und wir werden uns verabschieden.

Was bleiben wird, ist die Frage, die sich (mir) bereits stellt,obwohl ich mich erst nach meiner Ankunft in Deutschland in gut einem halben Jahr kuemmern muesste: Sollen wir uns mit Nachtsichtgeraet und EMF-Messgeraet gewaffnen und auf den Geist warten, der doch in seiner Durchsichtigkeit,dem immerwaehrenden Schweben und dem untrueglichen Eindruck von Vergaenglichkeit und widerspruechlicher Existenz doch alles versinnbildlicht, was von meiner (und seiner) einstmals so schoenen und schliesslich verzweifelten Liebesgeschichte uebrig geblieben ist? Und was tun,wenn wir ihm begegnen?Ihm folgen? Ihn ansprechen? Schreiend wegrennen aus Angst vor seinem laedierten Aeusseren?

Die andere Frage draengt sich promt auf: Sitzen wir nicht schon zu lange im Dunkeln?Sass ich dort die ganzen Monate, in denen unsere Beziehung zerfiel und verweste, alleine? Oder habe ich ihn in all der Schwaerze und der Nacht einfach nicht mehr sehen koennen?

Als er mich besuchte,war er mir fremd, ein Eindringling in der (durchaus realen) Parallelwelt, die ich mir aufgebaut  und dadurch allmaehlich wieder das Gefuehl bekommen hatte, auch alleine ein lebensfaehiges Individuum zu sein, ein Gefuehl,dass mir im vergangenen halben Jahr voellig abhanden gekommen ist, wenn auch schleichend. In etwa wie wenn man sich auf deine Hand setzt und dort ein wenig sitzen bleibt: Die Finger werden taub und man koennte ihre Existenz glatt vergessen, bis man sie wieder bewegt.

Nach zwei Monaten in der Inselhauptstadt traf mich jedoch die Erkenntnis wie ein Blitz,dass ich auch ohne in in der Lage war, in durchaus akzeptables und (trotz aller gemeinen,gemeinen,gemeinen Unannehmlichkeiten) irgendwie stressfreieres Leben fuehren zu koennen. Ich war (und bin es noch) eine Veteranin des Psycho-Krieges zu Hause. Die Frage ist natuerlich,ob ich nochmal zur Waffe greifen will,denn ich befuerchte Chaos,Verwuestung und Kollateralschaeden...

 Inzwischen ist es dunkel und ich glaube,ich fahre mit dem Bus, um dem heillosen Feierabend-Gedraenge in der U-Bahn zu entgehen.

Wie immer habe ich mehr Fragen gestellt,als Antworten von mir selbst erhalten und die Geisterjagd geht selbstverstaendlich weiter, denn es bleibt immernoch die Hoffnung,dass das einmalige Wunder geschieht und aus durchsichtigen weissen Gliedmassen wieder warme Haende, ein schlagendes Herz und zwei Beine (oder zumindest eines) werden,die sich dann halbwegs stabil auf den Boden stellen koennen.

Aber wer glaubt schon an Gespenster?

24.2.12 23:13
 


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